Johannes Becher gratuliert herzlich den fünf Initiativen, die in diesem Jahr mit dem Bürgerpreis des Bayerischen Landtags ausgezeichnet wurden. Sie wurden dabei aus insgesamt 262 Bewerbungen von einem unabhängigen Beirat ausgewählt, dem auch Johannes Becher angehört.

Der Bürgerpreis stand dieses Jahr unter dem Motto: „Gemeinsam weniger einsam – Wegbereiter für ein Miteinander“.

Platz 1 – dotiert mit 14.000 Euro – geht an:

Kopfhoch – Krisenberatungsstelle für Kinder und Jugendliche in der Oberpfalz
(Regensburg, Oberpfalz)

Gerade Kinder und Jugendliche sind seit der Covid-Pandemie besonders von Einsamkeit betroffen und leiden auch dadurch zunehmend unter psychischen Erkrankungen. Die Initiative „kopfhoch“ setzt hier an: Schon seit 2009 hat sie sich als niedrigschwellige, rund-um-die-Uhr erreichbare Angebotsplattform für Heranwachsende in der Oberpfalz etabliert. Durch Einzelberatung per Telefon oder Chat, Aufklärung an Schulen und Angeboten wie Podcasts und Inhalten auf den Social-Media.-Plattformen verbindet das Projekt Prävention und Krisenintervention, um Selbstwirksamkeit, Resilienz und Selbstvertrauen zu stärken. In einer Kombination aus 24/7 Erreichbarkeit von ehrenamtlichen Fachkräften, gezielter Sichtbarkeit auf Social Media und im unmittelbaren Lebenskontext Jugendlicher sowie der Vernetzung in der Region mit Beratungsstellen in der Oberpfalz arbeitet die Initiative daran, das Gefühl der Isolation Jugendlicher zu verringern und so zu ihrer psychischen Gesundheit beizutragen.

Die weiteren Preisträger erhalten je 9.000 Euro

In der Kategorie Familien:

Gemeinsam Stark – Begegnung für betroffene Familien
(Kempten, Schwaben)

Das ehrenamtliche Projekt organisiert erlebnisorientierte Begegnungen von Familien mit krebskranken Kindern im Allgäu. Denn soziale Kontakte dieser Familien brechen häufig nach der Diagnose ab. Mit Ausflügen oder Familiennachmittagen schaffen die Ehrenamtlichen, die das Schicksal aus eigener Perspektive kennen, seit fast 40 Jahren geschützte Räume für Begegnung und Austausch. Unbeschwerte Erlebnisse für die betroffenen Kinder, ihre belasteten Geschwister, die oft im Schatten der erkrankten Kinder stehen, und ihre Eltern lassen die Familien wieder Kraft schöpfen und führen sie aus der oft stillen Isolation in die Gemeinschaft mit anderen, die ein ähnliches Schicksal teilen.

In der Kategorie Inklusion:

Brügg’nbauer

(Nürnberg, Mittelfranken)

Das Projekt „Brügg’nbauer“ schafft niedrigschwellige Begegnungsräume für Menschen mit und ohne Behinderung aller Altersgruppen. Durch monatlich stattfindende Aktionen wie ein Begegnungs-Café, den Besuch von Kulturveranstaltungen oder gemeinsame Reisen sowie wöchentliche Trainingseinheiten inklusiver Sportteams wird die soziale Isolation von Menschen, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oft durch Barrieren erschwert ist, vermindert. So tragen die Ehrenamtlichen dazu bei, Vorurteile gegenüber Behinderten abzubauen und stärken zugleich den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

In der Kategorie Senioren:

Telefon-Engel – Gespräche gegen Einsamkeit im Alter
(München, Oberbayern)

Das Projekt bieten Seniorinnen und Senioren ein leicht zugängliches Hilfsangebot per Telefon. Mehr als 1000 Ehrenamtliche engagieren sich den Angaben des Trägervereins Retla e.V. zufolge als „Telefon-Engel“. Sie sorgen dafür, dass passgenaue Telefonpatenschaften entstehen und die Seniorinnen und Senioren so einen regelmäßigen, gleichbleibenden Gesprächspartner bzw. -partnerin haben. Dafür werden die Ehrenamtlichen jeden Alters gezielt geschult und erhalten Fortbildungen zu Fachthemen wie Demenz oder Resilienz. Damit steigern sie die Lebensqualität, schaffen ein Gefühl der Gemeinschaft und der Teilhabe bei Seniorinnen und Senioren – und ihnen selbst als „Telefon Engeln“.

Senioren- und Heimatverein Feldkirchen-Westerham e.V. von 1871
(Feldkirchen- Westerham, Oberbayern)

Der Verein bietet älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Heimat, Gesellschaft und Unterhaltung in Verbindung mit gesellschaftlichen Aufgaben: Die Seniorinnen und Senioren besuchen nicht nur Veranstaltungen oder machen Ausflüge, sondern betreuen zugleich die heimatkundliche Sammlung der Gemeinde Feldkirchen-Westerham – auch als Online-Archiv -, unterstützen bei der Ahnenforschung und sind Teil des ehrenamtlichen Mobilitätsprojektes „Gmoabus“. So helfen sie gemeinsam mit, einerseits das lokale Kulturgut zu bewahren, erhöhen andererseits die Mobilität der Menschen und tragen zum Wohlbefinden der Seniorinnen und Senioren bei.