Johannes Becher: „Die Prognosen sind eindeutig: Die Staatsregierung reitet ein totes Pferd. Es gab nie einen Bedarf für die 3. Startbahn und daher muss das Baurecht aufgehoben werden, damit die Region endlich von diesem Damokles-Schwertbefreit wird.“
Pünktlich zum 14. Jahrestag des Münchner Bürgerentscheids, bei dem die Münchner*innen der dritten Start- und Landebahn eine klare Absage erteilt haben, bringt Abgeordneter Johannes Becher, stellv. Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion, dass Thema wieder in den Landtag, denn die Staatsregierung hat die Pläne zur 3. Startbahn nie ad acta gelegt.
„Es ist höchste Zeit, die dritte Startbahn endgültig zu beerdigen. Das Projekt ist verkehrspolitisch und wirtschaftlich überholt, der Bedarf ist nicht vorhanden und der Ausbau ist ein massiver Eingriff in die Natur. Vor allem aber ignoriert die Staatsregierung und insbesondere die CSU seit 14 Jahren den Willen der Bürgerinnen und Bürger“, so Johannes Becher.
Die Genehmigung für die dritte Startbahn basierte schon damals auf der falschen Prognose von 590.000 Flugbewegungen im Jahr 2025. Tatsächlich wurden lediglich 337.438 Flugbewegungen verzeichnet. Becher sagt: „Selten hat sich eine Prognose so spektakulär als Irrtum erwiesen. Die dritte Startbahn wurde für einen Luftverkehr geplant, den es nie gegeben hat und den es aller Voraussicht nach auch nie geben wird.“ Die neuen Prognosen zeigen nun, dass der Flughafen sogar Mühe hat in absehbarer Zeit das Vor-Corona-Niveau zu erreichen – vor einer vollständigen Auslastung kann wahrlich überhaupt keine Rede sein.
In Österreich ist man hier schon einen Schritt weiter: Die Flughafen Wien AG hat erst Ende 2025 beschlossen, ihre Planungen für eine dritte Startbahn endgültig einzustellen. Ausschlaggebend waren explodierende Baukosten und die Erkenntnis, dass größere Flugzeuge auch künftig ausreichend Kapazitäten bieten. Die Entwicklung ist in München analog zu Wien.
Hinzu kommen die ökologischen Folgen des Projekts. Die dritte Startbahn würde wertvolle Moor- und Freiflächen im Erdinger Moos zerstören, dadurch zusätzliche Treibhausgasemissionen verursachen und die Belastungen durch Fluglärm, Schadstoffe und Ultrafeinstaub für die Menschen in der Region weiter verschärfen.
Mit ihrem Dringlichkeitsantrag fordern die Grünen die Staatsregierung daher auf, die Planungen endgültig aufzugeben, den Planfeststellungsbeschluss entsprechend anzupassen und die Verpflichtung zum Bau einer dritten Startbahn aus dem Landesentwicklungsprogramm zu streichen.

Fotocredit: Flughafen München GmbH