Bundesweiter Frauen*streik in Moosburg
von Hannah Frohnapfel, Praktikantin
Einmal im Jahr Blumen zum Weltfrauentag verschenken und die Sache hat sich erledigt? Dass das alles andere als richtig ist, zeigt die Aktion „Bundesweiter Frauen*streik“ des Töchter-Kollektivs. Bei dieser Protestaktion zum feministischen Kampftag am 8. März zeigen Feminist*innen in ganz Deutschland einen Tag darauf, wie wichtig Frauen* für die Gesellschaft sind: intersektional, feministisch und solidarisch, so lautet das Motto der Bewegung.
Dieses Jahr feierte das Projekt in Moosburg Premiere. Organisiert von einem Team um Susanne Kerscher vom Jugendhaus Moosburg, soll der Streik darauf aufmerksam machen, wie patriarchale Strukturen uns auch heute noch beeinflussen und wie man sie bekämpfen kann. Der Abend wurde mit einer kurzen Rede auf dem Plan eröffnet, danach folgten verschiedene Vorträge zu Themen wie dem weiblichen Zyklus oder Erfahrungen als Frau in der Filmbranche. Auch die Musikeinlagen wie von den Künstlerinnen „JuNa“ kamen gut bei dem zahlreichen Publikum an. Ein weiteres musikalisches Highlight war der Auftritt der Musicalgruppe des Gymnasiums Moosburg, die erstmals ein Lied ihrer neuen Produktion präsentierten. In dem Stück „Made in Dagenham“ geht es um Näherinnen einer Autofabrik, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und Gleichberechtigung einsetzen. Auch Eindruck hinterlassen und zum Nachdenken angeregt hat die Idee der Veranstalter*innen, alle vier Minuten eine neue Kerze aufzustellen. Ein Zeichen dafür, dass alle vier Minuten in Deutschland eine Frau Opfer von Gewalt wird. Nach vielen schönen, lehrreichen aber auch mahnenden Aktionen endete der Abend schließlich um 20 Uhr.
Projekte wie diese zeigen, wie wichtig es auch im Jahr 2026 noch ist, sich für Gerechtigkeit und Toleranz einzusetzen. Für Johannes Becher, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, sind solche Aktionen auch wichtig, um die Gesellschaft als ganzes zu stärken und deutlich zu machen: „Frauen* machen 50% unserer Gesellschaft aus. Ihnen steht auch die Hälfte der Macht zu! Für echte Gleichberechtigung brauchen wir mehr Frauen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung.“ Die Grüne Fraktion im Bayerischen Landtag hat hierzu einen wegweisenden Gesetzentwurf eingebracht: Das Hälfte-der-Macht-Gesetz für Bayern!
Letztendlich geht es darum, sich für eine Welt einzusetzen, in der sich alle Menschen wohlfühlen können und niemand diskriminiert wird. Wie die Organisatorin Susanne Kerscher sagt: „Es ist wichtig, nicht leise zu bleiben.“